Von Florian Faust |
Wetterballon

Wie fühlt es sich an, wenn ein Schokokuss in die Stratosphäre aufsteigt? Was passiert mit verschiedenen Materialien in großer Höhe? Und welche Daten lassen sich dort oben sammeln? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich vor den Sommerferien acht Schülerinnen aus den Klassen 10a und 10s der Ellentalgymnasien im Rahmen eines besonderen Projekts im NWT-Unterricht. Die Idee hinter dem Projekt war es, mithilfe eines Wetterballons in große Höhen vorzudringen und dort Daten aus der Atmosphäre zu sammeln. Der Ballon sollte dabei eine Höhe von etwa 40.000 Metern erreichen. Ziel war es, Naturwissenschaft nicht nur im Klassenzimmer zu erleben, sondern selbst ein Forschungsprojekt zu planen, durchzuführen und anschließend die gewonnenen Daten auszuwerten.

Bis der Wetterballon schließlich starten konnte, war einiges an Vorbereitung notwendig. Die Schülerinnen mussten sich mit technischen Herausforderungen auseinandersetzen, organisatorische Aufgaben übernehmen und sich mit rechtlichen Grundlagen beschäftigen. Auch die Kommunikation mit der Stadtverwaltung und dem Luftfahrtbundesamt gehörte zur Vorbereitung. Dabei waren ganz unterschiedliche Fähigkeiten gefragt. Jede der acht Schülerinnen konnte ihre eigenen Stärken einbringen und so zum Gelingen des Projekts beitragen. Besonders wichtig waren dabei Teamarbeit, Organisation und eine gute Kommunikation untereinander. Auch die Nutzlast des Wetterballons wurde sorgfältig vorbereitet. Mit an Bord war unter anderem ein Schokokuss-Experiment, mit dem beobachtet werden sollte, wie sich die veränderten Bedingungen in großer Höhe auf die Schokoküsse auswirken. Außerdem wurde ein Datenlogger mitgeführt, dessen Messwerte nun noch ausgewertet werden müssen. Eine Kamera sollte zusätzlich Bilder und Videos während des Fluges aufnehmen. Leider ging diese während des Fluges kaputt, sodass auf die erhofften Aufnahmen aus der Stratosphäre verzichtet werden muss.

Am Starttag war die Aufregung schließlich groß. Gemeinsam beobachteten die Schülerinnen, wie der Wetterballon in den Himmel stieg. Besonders spannend war die Frage, welche Flugroute der Ballon tatsächlich nehmen würde. Mithilfe einer vorher durchgeführten Simulation hatten die Schülerinnen die voraussichtliche Flugbahn berechnet und sich entsprechend auf die Suche nach der Sonde vorbereitet. Nach etwa zwei Stunden Flugzeit kam schließlich das ersehnte Signal des GPS-Trackers. Allerdings befand sich die Sonde nicht genau dort, wo sie aufgrund der vorherigen Berechnungen erwartet worden war. Also machte sich das Team auf den Weg zum tatsächlichen Standort. Die Suche führte schließlich in ein Waldgebiet bei Häfnerhaslach. Dort wurde die Sonde tatsächlich im Gestrüpp entdeckt und konnte geborgen werden.

Nun sind die Schülerinnen gespannt auf die Ergebnisse ihres Experiments. Besonders interessant wird die Auswertung des Datenloggers sein: Welche Werte wurden während des Fluges gemessen und wie haben sie sich mit zunehmender Höhe verändert? Auch die Ergebnisse des Schokokuss-Experiments werden mit Spannung erwartet. Das Wetterballon-Projekt hat den Schülerinnen gezeigt, wie vielseitig naturwissenschaftliches Arbeiten sein kann. Von der ersten Idee über die technische und organisatorische Vorbereitung bis hin zur Durchführung und Bergung der Sonde waren zahlreiche Aufgaben zu bewältigen. Dabei konnten die Schülerinnen nicht nur theoretisches Wissen aus dem NWT-Unterricht anwenden, sondern auch praktische Erfahrungen sammeln und als Team zusammenarbeiten.

Ein besonderer Dank gilt Parker Hannifin für die finanzielle Unterstützung des Projekts. Durch diese Unterstützung konnte den Schülerinnen die Möglichkeit gegeben werden, ein solches außergewöhnliches naturwissenschaftliches Projekt selbst zu planen und umzusetzen.

Ein besonderer Dank gilt dem Förderverein, der einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung des Projekts geleistet hat, so dass das Wetterballon-Projekt auch in diesem Jahr stattfinden konnte.

Sophia Kieser und Paula Schmölling